21. Juli 2011


 

Leopardenliebe

Einer der bewegendsten Beiträge des Globians Doc Fest Berlin 2011: Der Dokumentarfilm „In the Spirit of Laximi“ schildert eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Mensch und Tier – ein Hotelmanager wird 16 Monate lang zur Ersatzmutter für einen jungen Leoparden

Es war ein Glück für „Laxmi“, dass sie von Rangern am Rande des Nationalparks Ranthambore in der indischen Provinz Rajasthan gefunden wurde. Und dennoch: Verletzt und von der Mutter zurückgelassen, wäre das Leopardenbaby vermutlich gestorben, wenn es nicht noch einmal Glück gehabt und einen zweiten Lebensretter getroffen hätte. Gerhard Wiehahn nahm sich im November 2007 des verstoßenen Leopardenbabys an, päppelte es auf und erzog es zu einer unabhängigen und starken Jägerin. Nach 16 Monaten konnte Laxmi erfolgreich ausgewildert werden.

Soweit so erfreulich. Ungewöhnlich wird die Geschichte, weil es nicht der Job von Wiehahn war, das Tier zu retten. Wiehahn war General Manager von Aman-i-Khás, einem luxuriösen Wildnis-Resort. In seiner Heimat Südafrika hatte er zwar mal als Parkranger gearbeitet. Doch die Pflege des Leoparden brachte ihn an seine physischen und psychischen Grenzen. Wie eine Leopardenmutter trug er das Junge mit seinem Mund durch den Nationalpark. Er brachte Laxmi das Jagen bei und trainierte ihren Überlebensinstinkt, indem beide die Nächte im Busch verbrachten.

Wochenlang lebte er mit ihr in der Wildnis, um sie darauf vorzubereiten, eines Tages in die Freiheit entlassen zu werden. Auf ihrem  gemeinsamen Weg wurden die zwei von den amerikanischen Filmemachern Michael K. Rogers und Meghan Shea begleitet. In bewegenden Bildern erzählt die Dokumentation „In The Spirit Of Laxmi“ über die schrittweise Auswilderung der Leopardin – zugleich eine Geschichte über Mitgefühl und Freude, Freundschaft und Abschied.

Preisgekrönt und bereits beim diesjährigen US- amerikanischen Tribeca Film Festival gefeiert, kommt „The Spirit of Laxmi“ jetzt auch nach Deutschland. Erstmals präsentiert wird die 30-minütige Kurzdokumentation am 13.August  um 16 Uhr auf dem 7.Globians Doc Fest in Berlin. Das unabhängige Dokumentarfilmfestival zeigt vom 11. bis 17. August im Kino Toni in Berlin-Weißensee über 60 zumeist englischsprachige Filme. „Es sind Dokumentationen über zahlreiche Lebensbereiche (Religionen, Traditionen, Stadt- und Landleben, Umwelt) und verschiedenste (Sub)Kulturen aus aller Welt – mit dem Anspruch, ein globales Verantwortungsbewusstsein für Veränderungsprozesse auf der Welt zu schaffen,“ heißt es bei Wikipedia. Das liest sich etwas steif, schaut sich aber hoffentlich um so spannender.

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